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Entspannungstraining für Hund und Katze

Wenn Stress, Hektik, Unruhe und Zeitdruck zur Belastung werden!

Vor allem in der Großstadt werden unsere Hunde und Katzen mit all diesen Dingen Tag für Tag konfrontiert. Sie müssen in unseren Alltag integriert werden, was eine große Anstrengung für sie bedeuten kann. Um damit gut umgehen und all die vielen Eindrücke verarbeiten zu können, sind sie auf unsere volle Unterstützung angewiesen. Wir sind dafür verantwortlich, ihnen die Ruhe und Entspannung zu ermöglichen, die sie für ihre Entwicklung und für ein ausgeglichenes Leben benötigen.

Hintergrund des Trainings

Ziel ist es, dem Tier dabei helfen zu können, mit ängstigenden oder stressigen Situationen besser zurecht zu kommen und sie entspannter meistern zu können. Darüber hinaus habt ihr die Möglichkeit, durch ein entsprechend aufgebautes Signal in schwierigen Momenten auch aktiv unterstützend einzugreifen.

Bei diesem Signal handelt es sich jedoch nicht um ein einfaches Kommando. Richtig aufgebaut und immer wieder neu „aufgeladen“ kommt es im besten Fall zu einer bestimmten Hormonausschüttung, die bewirkt, dass sich der Organismus beruhigt und sich so das Tier ein bisschen besser fühlt. Es ist dasselbe Hormon, welches auch zwischen Mutter und Kind ausgeschüttet wird und für eine vertrauensvolle Bindung mit verantwortlich ist.

Natürlich lässt sich auch ohne dieses Hormon das Gefühl von Ruhe und Entspannung „einfangen“ und in für das Tier unangenehmen Momenten unterstützend einsetzen.

Entspannung zu Hause

Bei gemeinsamen Kuscheleinheiten, wenn der Hund oder die Katze richtig entspannt ist und das Streicheln genießt, sagt ihr ab und zu ein bestimmtes Wort, welches das Tier dann nach und nach mit dem entspannten Gefühl und der vertrauensvollen Nähe verknüpft. Das Wort sollte ein Einfaches sein, welches im Alltag nicht verwendet wird, damit es sich nicht „abnutzt“. Es muss keine große Bedeutung haben, kann auch ein Fantasiewort sein. Wichtig ist, dass es immer gleich und (bei mehreren Bezugspersonen) von euch allen verwendet wird. Gängige Beispiele für ein solches Wort sind „easy“, „ruhig“ oder auch „Om“ – es sollte weich und angenehm klingen und kann auch etwas langgezogen ausgesprochen werden.

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Weiteres ist dies nichts, was ihr mal eben zwischen Tür und Angel machen könnt.

Nicht nur euer Tier sollte für diese Trainingseinheiten entspannt sein, sondern auch ihr. Daher nicht ausführen, wenn ihr gerade gestresst und/oder mit den Gedanken ganz wo anders seid. Vorteil dabei ist, dass ihr euch auf diese Weise auch selbst mit konditioniert. Das bedeutet, dass in stressigen Situationen dieses Wort nicht nur eurem Hund/eurer Katze helfen kann, sich ein bisschen zu beruhigen, sondern auch euch selbst.

Stress, Angst oder Unruhe reduzieren

Ergänzend zum Wort könnt ihr auch verschiedene andere Sachen mit in das Training einbauen, welche unterschiedliche Verwendungszwecke erfüllen können. Auf diese werde ich hier näher eingehen.

Eine eigene Decke

Ihr breitet sie für das Entspannungstraining aus und räumt sie anschließend wieder weg, sie liegt also nicht durchgehend herum. kaboompics.com_Sleeping puppy - KopieIn bestimmten Situationen könnt ihr sie als „Entspannungsplatz“ mitnehmen und ggf ausbreiten. Beispiele hierfür sind Restaurantbesuche, der Gang zum Tierarzt (für Hunde breitet ihr sie zB im Wartezimmer aus, Katzen könnt ihr sie direkt in die Transportbox legen), oder eben auch Zuhause, wenn ein aufregendes Ereignis bevorsteht (bei Besuch, an Festtagen, insbesondere Silvester, etc)

Aromaöle

Gerade Hunde und Katzen reagieren sehr gut auf Gerüche. Aromen haben  unterschiedliche Auswirkungen auf Tiere (und auch uns Menschen).
Bei dieser Art von Training sind natürlich beruhigende und entspannende Düfte sinnvoll. Solch eine Wirkung haben zB Lavendel, Sandelholz und Vanille. Darüber hinaus gibt es auch einige Duftmischungen, die unterschiedliche Düfte kombinieren, welche sich in ihrer Wirkung super ergänzen. Wichtig ist, die Öle nicht pur zu verwenden, sondern für die sensiblen Tiernasen entsprechend stark zu verdünnen.

Achtung: Es gibt Aromaöle, welche bei Katzen gegenteilig wirken oder für sie sogar giftig sind (Lavendel ist zB für Katzen ungeeignet), daher informiert euch bitte ausführlich, welche für eurer jeweiliges Tier den idealen Nutzen haben, ohne es zu gefährden!

Farben
Auch Farben haben einen Einfluss auf uns und unsere tierischen Begleiter. Sie werden nicht nur über die Augen, sondern auch über die Haut aufgenommen und führen zu unterschiedlichen Körperreaktionen. cubes-447703_1920Für Entspannung eigenen sich vor allem Grün, Blau und Violett. Für diese Art von Training könnt ihr beispielsweise die Decke in passender Farbe wählen.
Weitere Möglichkeiten, mit Farben zu arbeiten, bieten das Hundegeschirr, die Schlafplätze und Kratzbäume, Futter- und Wassernäpfe usw. Möchtet ihr mit farbigem Licht arbeiten, solltet ihr euch jedoch unbedingt fachlichen Rat holen, da es hier einiges zu beachten gilt.

Musik / ruhige, sanfte Klänge
Sehr bewährt haben sich bei mir Entspannungs- und Meditationsmusik. Aber auch ruhige, klassische Stücke sind gut geeignet. Am besten nehmt ihr Musik, die euch auch selbst gefällt. Rockmusik, Metal odgl sind hierfür nicht geeignet. Ihr könnt es während der Trainingseinheiten im Hintergrund leise mitlaufen lassen. Auch hier habt ihr unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Ihr könnt die Musik zB laufen lassen, wenn eurer Tier allein daheim bleiben muss, oder auch im Auto, wenn es sich da nicht so wohl fühlt.
Auf YouTube findet ihr hierzu ein großes Angebot an diversen Stücken und Musikrichtungen. Dieses Stück liebe ich persönlich besonders, es dauert vier Stunden:

Peaceful & Relaxing

Natürlich ist nicht alles für jedes Tier auch gleich geeignet. Gerade Hunde und Katzen sind zB sehr sensibel auf Gerüche und es gibt durchaus einige, die Aromaöle gar nicht wollen. Auch im Hintergrund laufende Musik solltet ihr sehr leise einstellen. Was für uns kaum noch wahrnehmbar ist, ist für unsere Tiere durchaus noch laut genug. Ihr solltet nach Möglichkeit auch Störungen vermeiden. Das heißt, keinen Fernseher laufen lassen, ggf das Handy und auch die Türklingel abdrehen und unter Umständen die Fenster schließen. Auf diese Weise schafft ihr eine ideale und entspannende Umgebung um eure gemeinsame Kuschel-Zeit so richtig genießen zu können.

Ein Gastbeitrag von Natascha Schlachtner
Hundetrainerin, Beraterin für Hunde- und Katzenhalter, Bachblütenberaterin
Mitglied der VÖHT und des Netzwerks Trainieren statt dominieren

www.canis-et-felis.at, www.voeht.at

www.trainieren-statt-dominieren.de

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Bilder und Grafik: (c) PetCloob.com, (c) Pixabay

Video: (c) Youtube http://utopiansounds.info/

 

Ein harter Brocken…

„Gut gekaut ist halb verdaut“ lernt schon jedes Kind. Und so beäugt der Hundebesitzer seinen Fiffi eher skeptisch, wenn dieser wieder einmal genau 30 Sekunden benötigt, um seinen randvollen Futternapf zu leeren. Kommt Ihnen das bekannt vor? Keine Angst, Ihr Vierbeiner zeigt ein normales Fressverhalten.

Schauen wir uns die Hintergründe des Schlingverhaltens an: Als Rudeljäger lauert der Hund, ebenso wie der Wolf, seiner Beute auf, hetzt sie und verschlingt dann nach der Tötung recht schnell in großen Brocken eine riesige Menge auf einmal. Warum zeigt der Hund dieses Fressverhalten? In freier Natur machen Caniden (Hundeartige) nicht ständig Beute und sind oft gezwungen, über mehrere Tage zu fasten. Wenn ein Canide einen Jagderfolg hat, verschlingt er große Mengen des Beutetieres in kürzester Zeit, um sich diese Ressource zu sichern. Wölfe können bis zu 20% ihres Körpergewichtes an Fleisch hinunterschlingen. Bei großen Wölfen kann dies bis zu 10 kg Fleisch sein.

Hund Barf Fleisch
Hund Barf Fleisch (c) Bild: iStock

Der Hund also ist ein Schlingfresser. Er zerkleinert zwar auch in Maßen Obstfasern oder Pflanzenbestandteile im Beutetier (Pansen), aber vorwiegend reißt er größere Stücke aus der Beute und schlingt die Fleischbrocken am Stück hinunter.

Wenn Hunde ausschließlich maulgerechte „Astronautenkost“ bekommen, wie mein Hundetrainer „Trockenfutterpellets“ mal genannt hat, ahnen ihre Besitzer oft gar nicht, was ihr Liebling imstande wäre zu schlucken, wenn man ihn denn ließe. Mancher hat seinen Chihuahua von Trocken- auf Rohfleischfütterung umgestellt und nicht schlecht gestaunt, dass der Winzling Fleischbrocken in Pflaumengröße mit unerschütterlicher Selbstverständlichkeit mühelos zu inhalieren vermag, ohne mit der Wimper zu zucken. Egal, welche Rasse – ob groß oder klein: das Schlingen proportional sehr großer Fleischbissen ist dem Hund angeboren.

Neulich wurde ich zufällig Zeugin einer Unterhaltung zweier älterer Damen, die einander ihr Leid klagten. „Der Moritz ist unmöglich. Der schlingt ja beim Fressen wie ein Wahnsinniger. Wie kann ich dem Hund nur beibringen, dass er kauen muss? Da muss es doch eine Möglichkeit geben, dass der nicht mehr so schlingt. Der verschluckt sich ja dauernd“. Als ich so zuhörte, erinnerte ich mich zurück. Was das Schlingen betrifft, ist dieses Reliktverhalten bei meiner eigenen Hündin sehr stark ausgeprägt. Als ich vor einigen Jahren noch Trockenpellets verfütterte, wurde ihr das natürliche Fressverhalten zum Problem. Sie hat die kleinen extrudierten Pellets oft regelrecht eingeatmet. Immer wieder verschluckte sie sich, würgte stark und machte eigenartige Keuchgeräusche. Langsamer gefressen aber hat sie deswegen nie.

Anti-Schling-Napf
Anti-Schling-Napf (c) Bild. J.Kurth

Ein Freund schenkte uns irgendwann einen Fressnapf mit Innennoppen
. Um diese Noppen muss der Hund drum herum fressen und bekommt die Pellet-Masse nicht komplett zu fassen. Der Fressvorgang wird automatisch verlangsamt und das Schlingen somit ausgebremst. Beim Verfüttern von Trockenfutter sicherlich eine sinnvolle Sache, um einen Extremschlinger vor dem Ersticken zu bewahren.

Wenn der Hund artgerecht mit Fleischbrocken ernährt wird, kommt es äußerst selten zu einem ausgeprägten Verschlucken oder Würgen. Seit sie gebarft werden, haben sich meine beiden Hunden nie wieder verschluckt.

Fleischbrocken haben aber noch mehr positive Aspekte, denn so wie man Futterknochen oft als „Zahnbürste des Hundes“ bezeichnet, so können auch Fleischbrocken diese Funktion übernehmen. Fleischstücke, die wegen ihrer Größe nicht komplett geschluckt werden können, fördern nämlich auch den Zahnstein-Abrieb. Schnell findet man heraus, ab wann Brocken die geeignete Übergröße aufweisen, um dem Hund keine andere Wahl zu lassen, als die große Beißfläche zu bearbeiten und zu zerkleinern. Man kann dann gut beobachten, wie das Futterstück immer wieder im Maul von rechts nach links wandert, indem es seitlich mit dem Fang gepackt wird, um es zu bezwingen. Natürlich sinnvollerweise am besten nicht auf dem teuren Wohnzimmer-Perser.

Brocken aus Muskelfleisch und Innereien
Brocken aus
Muskelfleisch und Innereien
(c) Bild: J. Kurth

Weiterhin fördert die Fütterung mit Fleischstücken die Stärkung der Magenmuskulatur. Der Verdauungstrakt von gebarftenHunden ist kräftig und gut entwickelt. Das wirkt der Gefahr einer Magendrehung entgegen.  Es gibt natürlich Erkrankungen, bei denen es erforderlich ist, dem Hund Fleisch, Grünzeug und Knochen in gewolfter Form zu verabreichen. Ebenso wie manchen Senioren, die diese Futterkomponenten oft nicht mehr so perfekt verdauen können wie junge Hunde. Für die Zahnpflege müssen dann eben andere Kaualternativen gefunden werden, z.B. Geweihabwurfstangen.

Fazit: Fleischfütterung im Rahmen einer B.A.R.F.-Mahlzeit, ganz gleich ob in Brocken oder aus Verdaulichkeitsgründen gewolft, ist die artgerechteste Ernährung, die man einem Hund angedeihen lassen kann. B.A.R.F. weiß einfach den Weg.

Jutta Kurth, B.A.R.F.-Beraterin
www.barfweissdenweg.wordpress.com

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Physiotherapie für Katzen im heimischen Revier

Tierphssiotherapie
(c) Pixabay Katze Tierphysiotherapie

Gastartikel

Die Möglichkeit der Physiotherapie bei Hunden wird immer mehr publik und auch gerne angenommen. Wenn ich jedoch erzähle, dass ich auch Katzen oder Kaninchen behandle, dann ernte ich meist die selben Reaktionen.

Einen verdutzten Blick, eine gerunzelte Stirn oder auch ein lautes Lachen.
Das ist ungefähr die gleiche Reaktion die ich erhielt als ich vor fünf Jahren das erste mal nach meiner Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte mit dem Gedanken spielte eine Fortbildung als Hundephysiotherapeutin anzuhängen. Dies lässt mich hoffen das in weiteren fünf Jahren die Tierphysiotherapie auch bis zu den Katzenbesitzern gedrungen ist.
Denn viele wären erstaunt wie gut man mit einer Katze physiotherapeutisch arbeiten kann. Natürlich gibt es Katzen, die einen eher fressen möchten, an Stelle sich überhaupt anfassen zulassen. In diesen Fällen ist leider eine physiotherapeutische Behandlung schwierig. Das gilt im übrigen auch für Hunde!

Auf der anderen Seite gibt es auch Katzen, die sich gerne streicheln lassen auch von Fremden. Eine super Ausgangssituation für Massagen, passive Bewegungen oder Manuelle Therapie.

Aber auch mit allen anderen Katzen kann physiotherapeutisch gearbeitet werden. Eine Art wie ich es selbst mit meiner eigenen Katze mache ist ein individueller Katzenspielplatz. Hier können verschiedene Elemente für Körper und Geist eingebaut werden. Wie zum Beispiel verschiedene Untergründe mit Hilfe von Fußabstreifern mit unterschiedlichem Griff für Spielplätze im Haus. Im freien kann mit Kieselsteinen, Sand, Ackerböden oder Moos gearbeitet werden. Hierdurch wird die Eigenwahrnehmung verbessert, Konzentration und Koordination geschult.

Auf diesem Untergrund können nun andere feststehende Spielzeuge verteilt werden. Besonders zu empfehlen sind hier Intelligenzspielzeuge mit Futter, diese trainieren zusätzlich die Sinne und Geschicklichkeit der Katze. Diese gibt es mittlerweile in vielen Tiergeschäften zu kaufen. Gerne kann hier aber auch nach Herzenslust gebastelt werden. Das tolle an einem Katzenspielplatz ist, dass die Katze auch ohne das zu tun des Besitzers immer wieder über den Tag verteilt den Spielplatz aufsucht.

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Es gibt aber auch verschiedenste physiotherapeutische Übungen, die Besitzer und Katze gemeinsam gut meistern können. Eine Übung davon ist der Slalom. Mit etwas besonders leckerem (z.B ein kleines Stück Lachs oder Putenwiener) vor der Nase führt hier der Besitzer seine Katze in Schlangenlinien um kleine Hindernisse (Pylonen, Blumentöpfe, gefüllte Plastikwasserflaschen). Durch die Kurve nimmt die Katze auf der inneren Gliedmaße mehr Last auf, kräftigt also dort die Muskulatur. Währenddessen müssen sich die äußeren Gliedmaßen mehr strecken. Mit den Schlangenlinien geschieht das abwechselnd. Außerdem kommt es auch in der Wirbelsäule zur Seitwärtsneigung und -dehnung. Durch diese Übung wird das Gangbild der Katze geschult und Schonhaltungen werden aufgebrochen. Außerdem werden Konzentration und Koordination gefördert.

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Eine weitere katzentaugliche Übung aus der Körperarbeit wäre die Stangenarbeit. Hier wird die Katze in langsamen Tempo über Hindernisse zum übersteigen geführt. Geeignet hierfür sind Cavalettis, Besenstile oder auch Schrubber. Diese Übung fördert die Gelenkbeweglichkeit, trainiert die Kraft und darüber hinaus Koordination, Konzentration, Gleichgewicht und die Eigenwahrnehmung.

In meiner Arbeit als ambulante Tierphysiotherapeutin merke ich immer wieder wie erstaunt viele meiner Kunden darüber sind, wie viele Alltagsgegenstände sie in ihrem Haushalt besitzen, die für physiotherapeutische Übungen mit Hunden oder Katzen geeignet sind. Weitere Gegenstände sind zum Beispiel: Trampolin, Luftmatratzen, ein weiches Sofa, Wasserbett oder die professionelle Variante ein Balancekissen oder Schaukelbrett. Die Katze lernt im Stand oder Sitz auf einem weichen Untergrund ihre Bewegungen auszugleichen. Hiermit kann die komplette Muskulatur gelenkschonend trainiert werden. Gleichzeitig wird wieder Eigenwahrnehmung und Gleichgewicht geschult.

(c) Pixabay
(c) Pixabay

Bei besonders motivierten Fellnasen können auch Übungen, die sonst gerne von Hunden ausgeführt werden übernommenwerden. Ein Beispiel sei hier „Gib mir fünf“ oder auch „Spanischer Schritt“ wie es im Pferdesport genannt wird. Durch das abwechselnde Pfote heben auf beiden Seiten, nimmt die Beweglichkeit des Vorderlaufs zu. Das Tier gewinnt an Kraft und trainiert seine Rücken- und Kruppenmuskulatur.

Das waren jetzt nur einige Beispiele wie man unseren kleinen Stubentigern bei Bewegungsstörungen und daraus resultierenden Schmerzen helfen kann. Wer jetzt neugierig geworden ist kann mich gerne auf meiner Facebook Seite Ambulante Tierphysiotherapie oder auf meiner Homepage besuchen.

Bilder (c) Pixabay und C. Huber

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Alles Kacke…oder was?

#Hundekot #Petcloob #Hundehaufen #Hunde #Kot

Heutzutage hätte der interessierte Gassigänger ausreichend Gelegenheit, die Beschaffenheit von Hundehaufen zu studieren, denn auf deutschem Asphalt finden sich (leider) genügend davon. Aber wer macht das schon? Wer bleibt stehen und bückt sich gar hinunter zu den Exkrementen von “anderleuts” Vierbeinern? Ich muss gestehen: Ich tu`s. Denn ein Hundehaufen sagt mir oft mehr als tausend Worte. Der Kot eines gesunden Hundes, der Hundekot_Gassi_petcloobshutterstockartgerecht ernährt wird, sieht nämlich anders aus als die Haufen vieler Hunde, die das –oft unwissentlich- nicht werden.

Die Haufen jener Hunde, die ausschließlich mit kommerziellen Futtermitteln gefüttert werden, sind z.B. recht voluminös und nicht selten noch voll mit Spelzen und Getreideresten, die in den meisten Extrudaten leider im Überfluss enthalten sind. Ich nenne diese Hunde gerne „Schlechtkost-Hunde“.

Häufig führen die Inhaltsstoffe (hier vor allem zu viel Stärke), Konservierungsstoffe und Antioxidantien in extrudiertem Industriefutter durch eine Verkettung diverser gesundheitlicher Folgen irgendwann zu chronischem Durchfall. Auch auf viele Dosenfutter trifft dies leider zu.

Und so kann man nicht selten Hunde beobachten, die mit zitternden Hinterläufen ihren Durchfall hinten herausspritzen. Riesige stinkende Pfützen sondern diese Tiere ab. Auch pastöse „Farbhügel“ begegnen einem häufig, die nicht gerade dazu angetan sind, sie gut in einen Kotbeutel hinein befördern zu können.

Einige Hundebesitzer glauben tatsächlich fälschlicherweise, es sei ein Gütemerkmal ihres Futters, dass ihr Hund mal so richtig „einen Riesenschiss raus donnert“. Wenn der Stuhl dann immer dünner wird oder sogar Juckreiz und Fellprobleme hinzukommen, dann reiht sich plötzlich ein Tierarztbesuch an den nächsten und diverse Futtermarken werden erfolglos ausgetestet. Ich kenne Hunde, die schon bei der 10. Trockenfuttersorte angelangt sind. Durch Futtermittelallergien ausgelöste Durchfälle gehören heute mit zu den häufigsten Gründen für eine Tierarztkonsultation.

Wie also sieht gesunder Kot aus?

Gut geformt und nicht breiig, gut zu beseitigen, dunkelbraun (bei Fleischfütterung) oder auch in der Farbe des verfütterten Gemüses oder Obstes. Sehnen, Lunge, Blut, Leber machen meistens einen schwarzen Kot. Knochenfütterung oder

@ J.Kurth
Typischer Kot von artgerecht gefütterten Hunden (kl. Volumen, fest und verdichtet, schwach riechend, lässt sich gut am Stück anheben) @J. Kurth

Fütterung von Milchprodukten macht helleren Kot. Gesunder Kot riecht kaum und ist recht verdichtet und fest, da fast alle Inhaltsstoffe verwertet werden konnten.

Große pastöse Haufen, die verfärbt sind und stark riechen, deuten auf eine nicht optimale Fütterung (z.B. stark riechendes und gefärbtes Dosenfutter, extrudiertes Trockenfutter, unausgewogene Rohfütterung).

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Typischer Kot von „Schlechtkost-Hunden“ (gr. Volumen, pastös, oft spelzig, stark riechend, stark gefärbt, lässt sich nicht am Stück anheben) @ J. Kurth

Wie häufig sollte der Kotabsatz stattfinden?

1-2-mal täglich; bei Fleischfütterung kann es weniger sein. Es gibt gar Hunde, welche auf natürliches Futter umgestellt wurden, die plötzlich nur noch alle 2 Tage ihr Geschäft erledigen. Auch das kann normal sein.

Wenn Ihr Hund unnatürlich verfärbten Stuhl absondert, stinkenden Durchfall hat (oft würzig riechend) oder glänzenden Fettstuhl absetzt und zu Blähungen neigt, dann sollten Sie über eine Futterumstellung nachdenken. Auch die Überprüfung einiger Laborparameter kann sinnvoll sein.

Es gibt gute Tierheilpraktiker, die Ihnen behilflich sein können. Auch der eine oder andere Tierarzt beschäftigt sich mittlerweile ernsthaft mit Biologisch Artgerechter RohFütterung (BARF). Weiterhin gibt es inzwischen gut ausgebildete Ernährungsberater. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass es auch (häufig genetisch bedingte) Erkrankungen gibt, die trotz artgerechter Fütterung mit zu weichem Stuhl, zu hartem Stuhl, Fettstuhl etc. einhergehen. Auf diese Hunde beziehe ich mich oben nicht.

Dennoch: Auch bei diesen, oft chronischen, Krankheitsbildern kann durch sinnvolle Ernährungsanpassung geholfen werden. Beispielsweise kann man einem Hund mit exokriner Pankreasinsuffizienz (EPI) durch eine Streichung bzw. Modifikation bestimmter Futterkomponenten und die Gabe von Enzymen gut helfen, die typischen Fettstühle zu verbessern.

Fazit: Beim gesunden Hund sollte hinten weniger raus kommen als vorne rein kam. Achten Sie bei Ihrem Vierbeiner mal drauf.

Ein Gastbeitrag von Jutta Kurth, BARF-Beraterin

http://www.barfweissdenweg.wordpress.com

Grafik @J. Kurth

Bild: @iStock und Beitragsgrafik: @Shutterstock von PetCloob bearbeitet