Alles Kacke…oder was?

#Hundekot #Petcloob #Hundehaufen #Hunde #Kot

Heutzutage hätte der interessierte Gassigänger ausreichend Gelegenheit, die Beschaffenheit von Hundehaufen zu studieren, denn auf deutschem Asphalt finden sich (leider) genügend davon. Aber wer macht das schon? Wer bleibt stehen und bückt sich gar hinunter zu den Exkrementen von “anderleuts” Vierbeinern? Ich muss gestehen: Ich tu`s. Denn ein Hundehaufen sagt mir oft mehr als tausend Worte. Der Kot eines gesunden Hundes, der Hundekot_Gassi_petcloobshutterstockartgerecht ernährt wird, sieht nämlich anders aus als die Haufen vieler Hunde, die das –oft unwissentlich- nicht werden.

Die Haufen jener Hunde, die ausschließlich mit kommerziellen Futtermitteln gefüttert werden, sind z.B. recht voluminös und nicht selten noch voll mit Spelzen und Getreideresten, die in den meisten Extrudaten leider im Überfluss enthalten sind. Ich nenne diese Hunde gerne „Schlechtkost-Hunde“.

Häufig führen die Inhaltsstoffe (hier vor allem zu viel Stärke), Konservierungsstoffe und Antioxidantien in extrudiertem Industriefutter durch eine Verkettung diverser gesundheitlicher Folgen irgendwann zu chronischem Durchfall. Auch auf viele Dosenfutter trifft dies leider zu.

Und so kann man nicht selten Hunde beobachten, die mit zitternden Hinterläufen ihren Durchfall hinten herausspritzen. Riesige stinkende Pfützen sondern diese Tiere ab. Auch pastöse „Farbhügel“ begegnen einem häufig, die nicht gerade dazu angetan sind, sie gut in einen Kotbeutel hinein befördern zu können.

Einige Hundebesitzer glauben tatsächlich fälschlicherweise, es sei ein Gütemerkmal ihres Futters, dass ihr Hund mal so richtig „einen Riesenschiss raus donnert“. Wenn der Stuhl dann immer dünner wird oder sogar Juckreiz und Fellprobleme hinzukommen, dann reiht sich plötzlich ein Tierarztbesuch an den nächsten und diverse Futtermarken werden erfolglos ausgetestet. Ich kenne Hunde, die schon bei der 10. Trockenfuttersorte angelangt sind. Durch Futtermittelallergien ausgelöste Durchfälle gehören heute mit zu den häufigsten Gründen für eine Tierarztkonsultation.

Wie also sieht gesunder Kot aus?

Gut geformt und nicht breiig, gut zu beseitigen, dunkelbraun (bei Fleischfütterung) oder auch in der Farbe des verfütterten Gemüses oder Obstes. Sehnen, Lunge, Blut, Leber machen meistens einen schwarzen Kot. Knochenfütterung oder

@ J.Kurth
Typischer Kot von artgerecht gefütterten Hunden (kl. Volumen, fest und verdichtet, schwach riechend, lässt sich gut am Stück anheben) @J. Kurth

Fütterung von Milchprodukten macht helleren Kot. Gesunder Kot riecht kaum und ist recht verdichtet und fest, da fast alle Inhaltsstoffe verwertet werden konnten.

Große pastöse Haufen, die verfärbt sind und stark riechen, deuten auf eine nicht optimale Fütterung (z.B. stark riechendes und gefärbtes Dosenfutter, extrudiertes Trockenfutter, unausgewogene Rohfütterung).

Kot_schlecht
Typischer Kot von „Schlechtkost-Hunden“ (gr. Volumen, pastös, oft spelzig, stark riechend, stark gefärbt, lässt sich nicht am Stück anheben) @ J. Kurth

Wie häufig sollte der Kotabsatz stattfinden?

1-2-mal täglich; bei Fleischfütterung kann es weniger sein. Es gibt gar Hunde, welche auf natürliches Futter umgestellt wurden, die plötzlich nur noch alle 2 Tage ihr Geschäft erledigen. Auch das kann normal sein.

Wenn Ihr Hund unnatürlich verfärbten Stuhl absondert, stinkenden Durchfall hat (oft würzig riechend) oder glänzenden Fettstuhl absetzt und zu Blähungen neigt, dann sollten Sie über eine Futterumstellung nachdenken. Auch die Überprüfung einiger Laborparameter kann sinnvoll sein.

Es gibt gute Tierheilpraktiker, die Ihnen behilflich sein können. Auch der eine oder andere Tierarzt beschäftigt sich mittlerweile ernsthaft mit Biologisch Artgerechter RohFütterung (BARF). Weiterhin gibt es inzwischen gut ausgebildete Ernährungsberater. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass es auch (häufig genetisch bedingte) Erkrankungen gibt, die trotz artgerechter Fütterung mit zu weichem Stuhl, zu hartem Stuhl, Fettstuhl etc. einhergehen. Auf diese Hunde beziehe ich mich oben nicht.

Dennoch: Auch bei diesen, oft chronischen, Krankheitsbildern kann durch sinnvolle Ernährungsanpassung geholfen werden. Beispielsweise kann man einem Hund mit exokriner Pankreasinsuffizienz (EPI) durch eine Streichung bzw. Modifikation bestimmter Futterkomponenten und die Gabe von Enzymen gut helfen, die typischen Fettstühle zu verbessern.

Fazit: Beim gesunden Hund sollte hinten weniger raus kommen als vorne rein kam. Achten Sie bei Ihrem Vierbeiner mal drauf.

Ein Gastbeitrag von Jutta Kurth, BARF-Beraterin

http://www.barfweissdenweg.wordpress.com

Grafik @J. Kurth

Bild: @iStock und Beitragsgrafik: @Shutterstock von PetCloob bearbeitet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s